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Selbsthypnose - ZHI

5.8 Selbsthypnose

shy0cei7h1o-lauren-colemanSelbsthypnose unterscheidet sich von der Fremdhypnose teilweise so grundlegend, dass sie als eigener Bereich angesehen wird. Zwar gibt es die weit verbreitete Meinung, jede Fremdhypnose sei eine Selbsthypnose. Die derzeitigen Forschungsergebnisse der Gehirnforschung scheinen diese These zu unterstützen. Doch ist die zu Grunde liegende Struktur der Selbsthypnoseanwendung eine andere als die der Fremdhypnose. Die Tatsache, dass man sich in der Selbsthypnose nur auf sich selbst beziehen kann, legt folgende Implikationen nahe.

„Ein System kann sich niemals vollständig selbst betrachten!“ Für den Leser, der sich schon mit Systemtheorie auseinandergesetzt hat, mag dies eine bekannte Aussage sein. Für Selbsthypnose bedeutet dies ganz einfach gesagt: „Jeder hat seine blinden Flecken“. Wir können niemals alle unsere Filter, Glaubenssätze und so weiter in ihrer Gesamtheit selbst erfassen. Es wird immer nur ein Teilaspekt sein. „Wir haben immer dieselben Daten.“ So wie wir nur einen Teil von uns selbst erfassen können, können wir auch nur mit dem arbeiten, was wir bereits haben. Alle unsere Erfahrungen, egal, wie umfangreich sie auch sind, sind begrenzt und uns längst bekannt. Das heißt, wir können nur Bekanntes auf eine neue Art und Weise zusammensetzen. Alles scheinbar Neue basiert letztendlich nur auf Altem, was je nach Fähigkeit zu kombinieren bereits eine Menge sein kann.

Wie funktioniert Selbsthypnose?

Genauso wie der normale hypnotische Prozess folgt die Selbsthypnose in der Regel verschiedenen Phasen, die fast immer anzutreffen sind:

  • Vorsatz
  • Geeigneten Bewusstseinszustand herbeiführen
  • Suggestionen / Intervention
  • Rückkehr zu „Alltagsbewusstsein“

Einleitung und Affirmationen

erqpwfijcx4-blake-richard-verdoornDer Vorsatz ist auch ein Priming mit entsprechender Wirkung. Die Aufmerksamkeitsfokussierung wirkt in der Selbsthypnose deutlich stärker als im sog. Wachbewusstsein. Das Priming durch den Vorsatz beeinflusst den gesamten Selbsthypnoseprozess. So wird der Vorsatz „Entspannt sein“ eine andere Fokussierung und damit ein anderes Erleben begünstigen als der Fokus „Weg mit der Verspannung“. Im ersten Fall liegt die Aufmerksamkeit auf der Entspannung, die sich nach dem oben genannten Prinzip verstärken wird. Im zweiten Fall liegt die Aufmerksamkeit auf der Verspannung. Zu Beginn legen Sie Ihr Ziel so genau fest, wie Sie auch Suggestionen für sich erstellen würden.

Es gibt viele Wege, den Zustand der Trance selbst herbeizuführen, zum Beispiel Meditation, Autogenes Training oder auch (Selbst-)Hypnose. Hypnose bietet hier grundsätzlich zwei unterschiedliche Wege an. Die Verankerung des Trancezustandes mit Hilfe eines Hypnotiseurs und das Selbsthypnosetraining. Nach dem Erreichen des gewünschten Bewusstseinszustandes kommt die gewünschte Suggestion beziehungsweise Visualisierung. Da es vorkommen kann, dass die Suggestion in einer sehr tiefen Trance nicht mehr bewusst ausgeführt werden kann, ist der richtig gewählte Vorsatz sehr wichtig. Zur Auswahl oder der Gestaltung der Suggestionen gelten dieselben Regeln, wie sie im vorigen Coachingbrief beschrieben wurden. Eine Affirmation ist ein bejahender Satz, den wir uns selbst wieder und wieder sagen, um unsere Gedanken umzuprogrammieren.

2podhmrvlik-mayur-galaEs sind Suggestionen, die durch kontinuierliches Wiederholen auch ohne Trance ihre Wirkung entfalten. Der bekannteste Vertreter war Emil Coué, Begründer der modernen, bewussten Autosuggestion. Durch Beobachtungen und seine eigenen Rückschlüsse entwickelte er eine Methode, um Menschen mittels Affirmationen zu helfen. Seine Universalformel lautete: „Mir geht es jeden Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser.“ Diese sollte dreimal täglich, halblaut zwanzigmal hintereinander gesprochen werden. Emil Coué konnte hiermit auch erstaunliche Erfolge verzeichnen. Affirmationen funktionieren sehr gut, solange es keinen inneren Widerstand gegen diese gibt.

Eine Anmerkung zum positiven Denken: positives Denken und Affirmationen erscheinen auf den ersten Blick sehr ähnlich. Positives Denken wird dabei oft mit Zweckoptimismus und Ignorieren von „unangenehmen Tatsachen“ gleichgesetzt. Es gibt Menschen, die das genau so durchführen und damit natürlich auch keinen Erfolg haben. Positives Denken ist die Fähigkeit, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die gut für einen sind. Also das, was funktioniert, was einem gute Gefühle bereitet. Genauso die Fähigkeit, Schönheit zu erkennen. Statistisch gesehen haben wir pro Tag deutlich mehr positive Erlebnisse als negative. Doch bleiben vielen meist nur die negativen Erlebnisse in Erinnerung. Des Weiteren heißt positives Denken, aus den Dingen, die schlecht gelaufen sind, entsprechende Lernerfahrungen zu ziehen. Affirmationen hingegen sollen gezielt unseren Geist neu ausrichten.

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